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2020 - 2026

Digitale Transformation und erneuerte Selbstvergewisserung

Die Covid-19-Pandemie markiert eine Zäsur. Digitale Seminare, hybride Formate und webbasierte Bildungsangebote werden in kurzer Zeit bundesweit etabliert. Politische Bildung behauptet sich als demokratische Infrastruktur auch in Krisenzeiten.

Mit dem Förderprogramm „Demokratie im Netz“ entstehen innovative Projekte zu Desinformation, Hate Speech und digitaler Öffentlichkeit. Ab 2023 rücken Künstliche Intelligenz und algorithmische Entscheidungsprozesse in den Fokus. Demokratiekompetenz wird um digitale Urteilskraft erweitert.

2020 führt Arbeit und Leben eine bundesweite Dachmarke ein. 2024 formulieren DGB, DVV und Arbeit und Leben ein erneuertes gemeinsames Selbstverständnis unter dem Leitgedanken „Gemeinsam stark für die Demokratie“.

Am 21. Juli 2025 wird ein neues Leitbild beschlossen:

„Menschen stärken. Vielfalt leben. Demokratie gestalten.“

Projekt KI:LE
Projekt KI:LE

2020 - 2021

Pandemie als Zäsur – politische Bildung geht neue Wege und gibt Orientierung

Die Covid-19-Pandemie markiert eine strukturelle Zäsur der Bildungsarbeit. Mit den pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen brachen Präsenzformate weg. Arbeit und Leben reagierte mit einer schnellen Umstellung auf digitale und hybride Formate. Seminare wurden systematisch ins Digitale verlagert, Podcasts und webbasierte Angebote entwickelt und neue interaktive Werkzeuge erprobt. Zugleich entwickelte sich ein fachlicher Diskurs darüber, wie politische Bildung auch digital dialogisch, beteiligungsorientiert und qualitativ hochwertig gestaltet werden kann.

Aus der zunächst notwendigen Reaktion auf die Pandemie entstand so ein nachhaltiger Digitalisierungsschub auf organisatorischer, didaktischer und technischer Ebene. Die Herausforderung der Pandemie wurde damit zu einem Impuls für die Weiterentwicklung der Bildungsarbeit. Politische Bildung erweist sich als Ankerpunkt demokratischer Infrastruktur auch in Krisenzeiten.

Auch auf Verwaltungsebene gestaltet Arbeit und Leben die Digitalisierung mit dem Anspruch, digitale Souveränität im Sinne politischer Bildung zu stärken. Dafür wird ein Open-Source-Förderportal entwickelt, das heute von zahlreichen Trägern genutzt wird.

Geschäftsbericht 2020 - 2021

2020

Einführung einer bundesweiten Dachmarke

Die föderale Struktur von Arbeit und Leben hatte über Jahre hinweg unterschiedliche visuelle Ausdrucksformen hervorgebracht. 2020 wird unter Federführung des Bundesarbeitskreises ein bundesweiter Markenprozess gestartet, aus dem eine neue attraktive Dachmarke hervorging, die mittlerweile vom Bundesarbeitskreis und allen Landesorganisationen geführt wird.

Eine neu installierte Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit begleitet die Umsetzung des gemeinsamen Corporate Designs, entwickelt es bei Bedarf weiter und sorgt für eine einheitliche Anwendung innerhalb des Verbands.

2020

Bundesarbeitskreis stärkt die Vernetzung der Beratung für Gute Arbeit

Die Beratung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte und mobilen Arbeitnehmer*innen hat bei Arbeit und Leben eine längere Tradition. Bereits 2008 übernahm Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg eine vom DGB aufgebaute Beratungsstelle für Migrant*innen. 2010 entstand bei Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg mit dem „Beratungsbüro für entsandte Beschäftigte“ eine der ersten arbeitsrechtlichen Beratungsstellen dieser Art – noch vor dem Aufbau des bundesweiten Beratungsangebots „Faire Mobilität“. In den folgenden Jahren entstanden auch in weiteren Landesorganisationen Beratungsangebote für mobile und migrantische Beschäftigte, unter anderem in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Arbeit und Leben verband damit seine Bildungsarbeit zunehmend mit konkreter Unterstützung bei Fragen zu Arbeitsrechten, Beschäftigungsbedingungen und sozialer Absicherung.

Mit dem 2020 gegründeten „Beratungsnetzwerk Gute Arbeit“ wurde dieses Engagement bundesweit stärker vernetzt und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit intensiviert. Bis heute finden mit Unterstützung des Bundesarbeitskreises jährliche Fachtagungen statt, die dem Austausch und der Weiterentwicklung der Beratungsarbeit dienen. Das Netzwerk setzt sich für gute Arbeitsbedingungen und gegen jede Form von Diskriminierung und Arbeitsausbeutung ein – insbesondere für Menschen, die von prekären Arbeitsbedingungen oder Benachteiligung auf dem

Logo Beratungsnetzwerk Gute Arbeit

2021 - 2025

Europäische Mobilitätsarbeit langfristig verankern und erweitern

Mit der Akkreditierung für die Erasmus+-Programmgeneration 2021–2027 wird die europäische Mobilitätsarbeit mit einer Internationalisierungsstrategie der Organisation langfristig verankert. Neben Auslandsaufenthalten für Auszubildende und junge Berufstätige sind seither auch Lern- und Weiterbildungsaufenthalte für Mitarbeitende von Arbeit und Leben möglich.

Mit der Akkreditierung im Bereich der Erwachsenenbildung 2025 wird die europäische Mobilitätsarbeit weiter ausgebaut. Gemeinsam mit seinen Landesorganisationen entwickelt der Bundesarbeitskreis europäische Partnerschaften weiter und stärkt internationale Bildungsurlaube, Lernbegegnungen und Personalfortbildungen als EU-geförderte Bestandteile der politischen Erwachsenenbildung.

Aus der langjährigen Tradition internationaler Begegnungen ist so ein erweitertes Arbeitsfeld europäischer Bildungs- und Mobilitätsarbeit entstanden.

ab 2022

Politische Bildung gegen Rechtsextremismus im digitalen Raum

Arbeit und Leben entwickelt seine Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und demokratiefeindliche Tendenzen auch im digitalen Raum weiter. Vier bpb-geförderte Projekte greifen Desinformation, Verschwörungserzählungen und Hate Speech in sozialen Medien auf und fördern die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Öffentlichkeiten. Auch in der durch den KJP geförderten politischen Jugendbildung wird diese Arbeit zu einem wichtigen Schwerpunkt.

Referent*innen und Teamer*innen entwickeln dafür innovative Formate wie interaktive Smart-Speaker-Hörspiele, Videoclips und digitale Rollenspiele. Sie stärken digitale Urteilskraft und Medienkompetenz als demokratiepolitische Kernkompetenzen und unterstützen insbesondere junge Menschen dabei, demokratiefeindliche Inhalte zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.

2022

Neues Tätigkeitsfeld – Regiestelle für ein Bundesprogramm

Seit 2022 führt der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) die Regiestelle für das ESF-Plus-Bundesprogramm „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiter bilden und Gleichstellung fördern“. Die Arbeitsgemeinschaft ist dabei als Auftragnehmerin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales tätig. Damit erweitert der Bundesarbeitskreis sein Tätigkeitsfeld um die Begleitung eines Bundesprogramms zur Stärkung von Weiterbildung und Gleichstellung in der Arbeitswelt.

 

Fachtagung des ESF Plus-Programms „Wandel der Arbeit“ 2025. © Reinhardt und Sommer
Logo der ESF-Sozialpartnerrichtlinie „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten“

ab 2023

Transformation in der Arbeitswelt und Künstliche Intelligenz

Projekte wie „KILE“ oder „AI.D“ greifen algorithmische Entscheidungsprozesse, Diskriminierungsrisiken und Fragen der Fairness in KI-Anwendungen auf und erproben zugleich KI-gestützte Lernformate. Damit reagiert die politische Bildung auf die technologische Transformation und macht die demokratische Gestaltung und Kontrolle automatisierter Systeme zum Bildungsgegenstand. Innerhalb des Verbunds kann dabei auch auf Erfahrungen aus der Arbeit der Zukunftszentren zurückgegriffen werden, an denen einige Landesorganisationen von Arbeit und Leben beteiligt sind.

Bild: iStock.com/fatido

2024

Gemeinsames Selbstverständnis mit DGB und DVV

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam stark für die Demokratie“ wird ein erneuertes gemeinsames Selbstverständnis von Arbeit und Leben, Deutschem Gewerkschaftsbund und Deutschem Volkshochschul-Verband formuliert. Darin wird Demokratiearbeit als gemeinsamer Auftrag der Träger bekräftigt. Im Mittelpunkt stehen eine klare demokratische Haltung, die besondere Verantwortung gegenüber Menschen mit geringeren Teilhabechancen sowie das Verständnis politischer Bildung als Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Resilienz.

"Gemeinsam stark für die Demokratie"

2025

Start auf Instagram

Mit einem eigenen Instagram-Account erweitert der Bundesarbeitskreis seine Präsenz in den sozialen Medien. Projekte, Positionen und Einblicke in die Bildungsarbeit werden damit stärker für neue und jüngere Zielgruppen sichtbar.

2025

Neues Leitbild beschlossen

Mit dem Leitmotiv „Menschen stärken. Vielfalt leben. Demokratie gestalten.“ aus dem Jahr 2025 verdichtet Arbeit und Leben sein Selbstverständnis programmatisch. Das Leitbild verbindet soziale Gerechtigkeit, Diversität und Antidiskriminierung, arbeitsweltbezogene Demokratie, kooperative Netzwerkarbeit und Innovationsorientierung. Es bildet einen normativen Rahmen für die kommende Entwicklungsphase sowohl des Bundesarbeitskreises als auch der Landesorganisationen von Arbeit und Leben.

Illustration aus dem "Leitbild" von Arbeit und Leben, GfG / Gruppe für Gestaltung
Das "Leitbild" als PDF
Hintergrundbild:
Illustration aus dem "Leitbild" von Arbeit und Leben, GfG / Gruppe für Gestaltung

2026

70 Jahre Bundesarbeitskreis – Gemeinsam für morgen

Zum 70-jährigen Bestehen veröffentlicht der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben das auf Initiative seiner Träger DGB und DVV entstandene Impulspapier „Gemeinsam für morgen: Generationengerechtigkeit weiterdenken“. Es greift Fragen der Generationengerechtigkeit auf und formuliert Impulse für die Weiterentwicklung politischer Bildung und von Arbeit und Leben. Die Festveranstaltung in Berlin steht ebenfalls unter dem Motto „Gemeinsam für morgen“.

Broschüre "Gemeinsam für morgen"